Gesteinskunde
Kleine Gesteinskunde zum besseren Verständnis des Natursteins
Alle Gesteine unserer Erdoberfläche lassen sich einer der folgenden Gruppen zuordnen:
1. Magmatische Gesteine sind Erstarrungsgesteine, die sich aus dem von unten in der Erdkruste eindringenden heißen Gesteinsschmelzfluß bilden. Zu dieser Gesteinsgruppe gehören zum Beispiel Granit, Basalt und Diabas
Granit ist das bekannteste und häufigste Tiefengestein, bestehend aus Kalifeldspat, Quarz und Glimmer. Durch seine Entstehung im Erdinneren ist er sehr hart und weist eine hervorragende Widerstandsfähigkeit auf. Er wird in vielen Farben gewonnen, vor allem aber in Grau, Gelb, Rot, Blau und Weiß.
Basalt ist größtenteils ein einheitlich dunkles und dichtes Gestein. Durch seinen vulkanischen Ursprung ist er von großer Festigkeit, welche im Bauwesen aber auch bei Bildhauern sehr geschätzt wird.
Diabas ist ein vulkanisches Ergussgestein aus dem Erdaltertum und gehört zu den Basalt-Gesteinen. Er ist ein sehr hartes und witterungsbeständiges Gestein. Deshalb findet er überwiegend als Splitt und Schotter im Straßen- und Wegebau Verwendung. Der Diabas wird wegen seiner Farbe auch „ Grünstein“ genannt.
2. Sedimentgesteine sind Ablagerungsgesteine, die durch Verwitterung, Ablagerung bzw. Neukristallisierung an der Erdoberfläche entstanden sind. Sie sehen daher häufig geschichtet aus. In einigen Fällen sind Fossilien erkennbar.Hierzu gehören Sandstein, Kalkstein und Dolomit.
Sandstein besteht zum größten Teil aus Quarz. Er ist Deutschlands am häufigsten abgebautes Gestein. Aufgrund der stark variierenden Mineralbestandteile können die technischen Eigenschaften von Sandstein sehr unterschiedlich sein. Er findet daher weit verbreitete Verwendung.Die Farbvariationen sind so vielfältig wie die des Sandes. Gängige Farben sind Grau, Gelb, Braun, Rot und Weiß.
Kalkstein ist ein dichtes bis grobkörniges Gestein, das zu mindestens 80% aus Calcit (Kalkspat) besteht. Er tritt in großer struktureller Vielfalt und Variationsbreite auf, wie zum Beispiel Muschelkalkstein, “Jura Marmor“ oder Solnhofer Plattenkalk.Die Erscheinungsweise ist vielfältig von fast weiß über dunkelgrün bis blau, sowie feinkörnig bis grob. In einigen Kalksteinen sind noch eingebettete Fossilien zu finden.Er wird in verschiedenen Bearbeitungen von bruchrauh bis poliert angeboten.
Dolomitsteine sind technisch sehr hochwertige Steine. Sie sind dem Kalkstein optisch sehr ähnlich und nur durch die Betrachtung der Bruchkanten von diesem zu unterscheiden. Dolomitsteine glitzern leicht, Kalksteine sind stumpf.
3. Metamorphe Gesteine sind Umwandlungsgesteine; ehemalige Magma- oder Sedimentgesteine, die in der Erdkruste unter extrem hohem Druck, Temperatur oder chemischen Reaktionen umgewandelt wurden.Unter anderen gehören Quarzit, Schiefer und Marmor dieser Gruppe an.
Quarzitist ein aus Sandstein entstandenes, metamorphes und relativ hartes Schichtengestein, das in einer reichhaltigen Auswahl angeboten wird. Quarzit verfügt über einen sehr hohen Quarzanteil (Glanzeffekt) und ist deshalb mechanisch sehr stark belastbar. Dadurch lässt es sich auch dort einsetzen, wo stärkere Beanspruchungen zu erwarten sind. Schieferist ein ganz besonderes Gestein: Dank seiner geologischen Entwicklung hat er seine einzigartige Struktur, die Schieferung. Hierdurch kann der Schiefer in dünne Platten gespalten werden. Er wird vorzugsweise für Dächer und Verkleidungen verwendet. Seine Farbe ist meist tiefschwarz.
Marmor ist ein aus Kalkstein entstandenes Gestein. Marmorsorten sind meist heller als Kalkstein und haben eine glitzernde Bruchstelle. Mann erkennt Marmor an der hellen Grundfarbe und der dunklen, häufig schwarzen, Äderung. Marmor ist technisch vergleichbar mit Kalksteinen.
